Unweit der Kenzenhütte stürzt der Kenzenbach von einer 40 m hohen Geländestufe – (Foto: HK)

Bergresidenz mit Wasserfall

Königshaus Kenzen

von Heidi Korte

Bergresidenz mit Wasserfall

Königshaus Kenzen

von Heidi Korte

Im Herzen des Ammergebirges – unweit der heutigen Einkehr „Kenzenhütte“ im Naturschutzgebiet Kenzen – lag das Königshaus Kenzen: eine Bergresidenz, die König Max II. in den 1850er Jahren zum Jagdstützpunkt ausgebaut hatte. Auch Ludwig II. kam alljährlich im Sommer, um die Natur zu genießen: die malerische Wankerfleckwiese und den brausenden Kenzenwasserfall. Hier arrangierten Maschinisten des Hoftheaters einen aufwendigen Feuer- und Wasserzauber…

Franz von Kobell: Erschließung des Gebirges durch Max II.

„Als der König die Regierung antrat [=1848], war für Alpenwege und Birschsteige sehr wenig gethan worden, auch Jägerhütten waren selten, Sennhütten und die kleinen Heustadel dienten zum Nachtquartier. …[E]r ließ dann in allen Jagdrevieren dergleichen herstellen; die oft kaum fahrbaren Wege wurden zu guten Straßen gemacht, Reitwege angelegt und Steige nach den Jagdständen. Da wurden viele Leute zum Theil aus armen Thälern beschäftigt und viel Geld verdient und viele Schönheiten des Gebirges sind dadurch erst aufgeschlossen und zugänglich gemacht worden.“

Franz von Kobell, Erinnerungsblatt für Maximilian II., 1864.

Zeitungsmeldungen: Seine Majestät auf der "Kainzen-Alpe"

„München, 15. Sept. [1865] S.M. der König hat sich auf mehrere Tage von Hohenschwangau aus, um reine und erfrischende Gebirgsluft zu genießen, auf die Berge begeben und zwar weilte derselbe zuerst auf dem Tegelberg (…). Von da begab er sich am verflossenen Mittwoch auf die sogenannte Kainzen-Alpe, welche einige Stunden entfernter in einem von Bergen eingeschlossenen romantischen Thale liegt. In Begleitung des Königs befindet sich Staatsrath v. Pfistermeister, und nur ein Diener. Die laufenden Staatssachen gehen täglich von und zu.“

– Meldung der Augsburger Postzeitung vom 16. September 1865.

„Aus Buching. Se. Majestät König Ludwig II. hielt sich bei uns auf der Kenzen-Alpe 4 Tage lang auf. Sonntag früh 1/2 6 Uhr ging Se. Majestät ohne Führer und Bedienstete den weiten Weg von 3 Stunden nach Buching und hörte dort in der ganz einfachen Kapelle die hl. Messe. Das mögen sich die Sonntagsschänder merken!“

Meldung im „Wochenblatt für das christliche Volk“ vom 5. November 1865.

Kenzen-Illumination 1876 und 1875

„Am nächsten Sonntag… gehen Seine Majestät in die Kainzen und soll am 10ten und 11ten [Juli 1876] der dortige Wasserfall bengalisch und electrisch beleuchtet werden. Euer Hochwohlgeboren möchten zu diesem Zweck den kgl. Offizianten Zanders und den Maschinisten Mayer in die Kainzen senden. Beide Herren führten schon im Vorjahre die Beleuchtung aus..“

– Brief Hornig (Stallmeister) an Düfflipp (Hofsekretär), Berg, 7. Juli 1876.

Literatur u.a.:

  • „König Ludwig II. speist.“ Erinnerungen seines Hofkochs Theodor Hierneis, hrsg. Traudl Stürmer, München (1953) 2010, 48.
  • Christian Hörter: Auf königlichen Pfaden zu Schlössern und Jagdhütten im Alpenvorland, München 2011, 74-75.
  • Gemeinde Halblech (Hg.): „König Ludwig in Halblech“, in: https://www.halblech.de/schloesser-und-ausfluege/koenig-ludwig-halblech, aufgerufen: 3.9.2023
  • Christian Malzer, Klaus Pukall: „Waldbesitz und Waldnutzung. Das Klostergericht Ettal“, in: Margot Hamm, Evamaria Brockhoff et al. (Hrsg.), Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern, Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2018 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 67, hrsg. vom Haus der Bayerischen Geschichte), 42-48.
  • Michael Petzet, Detta Petzet: Die Richard Wagner-Bühne König Ludwigs II. (Studien zur Kunst des 19. Jahrhunderts, 8), München 1970.
  • Mario Praxmarer, Peter Adam: König Ludwig II. in der Bergeinsamkeit von Bayern und Tirol, Garmisch-Partenkirchen 2002, 155 f.
  • Urban Schaidhauf: Ortsgeschichte von Trauchgau bei Füssen, Füssen 1892.

Empfohlene Zitierweise:

Heidi Korte, „Königshaus Kenzen. Bergresidenz mit Wasserfall“, in: Königswege, URL: <https://koenigswege.bayern/koenigshaus-kenzen>, zuletzt besucht am: [aktuelles Datum]

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