Die Roseninsel – einzige Insel im Starnberger See (Foto: HK)

Inselidylle im Starnberger See

Roseninsel

von Heidi Korte

Inselidylle im Starnberger See

Roseninsel

von Heidi Korte

Einst Privatinsel der bayerischen Königsfamilie – heute Geheimtipp für Liebhaber romantischer Gartenbaukunst: Auf der Roseninsel im Starnberger See schuf Peter Joseph Lenné für König Max II. einen Inselpark, der die Landschaft des Sees ideal in Szene setzt. Eine Kahnfahrt führt in die Idylle mit Rosengarten und Inselvilla…

Geruchskonzert und Farbenschmelz

„Näherte man sich der Roseninsel auf den Fluten des Starnberger See, so entstieg dem Eiland ein so ätherisches Geruchskonzert, wie man es nur in Persien gesucht hätte. Und welchen sanften Farbenschmelz hat hier die Gartenkunst hervorgebracht durch die Zentifolie, Moos-, Thee-, Bibernell-, Zimmt-, Pompon-, Monats-, Bourbon-, Bischofs-, Moschus-, Pfingstrose und durch die lieblichen Burgunder- und Dijonröschen.“

– Louise von Kobell, König Ludwig II. und die Kunst, München 1898 

Spielhaus für Sommertage

Etwas Besonderes ist das „Casino“, die königliche Sommervilla auf der Roseninsel. Der bayerische Architekt Franz Jakob Kreuter (1813-1889) entwarf den zweigeschossigen Bau als eine Mischung aus antik-pompejanischer Villa, toskanischem Landhaus und „national-bayerisch“-alpenländischem Gebirgshaus. Gebaut wurde 1851 bis 1853. Die Bezeichnung „Casino“ (= Spielhaus) erklärt die Funktion des Gebäudes: Es diente der königlichen Familie als privater Rückzugsort, zur Erholung bei Tagesausflügen von Schloss Berg. Koch- und Schlafgelegenheiten des Hauses fallen entsprechend provisorisch aus. Dafür bietet die romantische Villa mit Terrassen, Lauben, Balkonen und Aussichtsturm unzählige Möglichkeiten, einen Sommertag angenehm zu verbringen. Im Rahmen einer Führung können die Innenräume besichtigt werden. Besonders sehenswert ist der Speisesaal im Obergeschoss mit kunstvoller Kassettendecke, Viktorien-Figuren von Schwanthaler und klassizistischem Keramik-Kaminofen.

Touristen kommen

Unter Max II. begann die touristische Erschließung des Starnberger See. 1851 ging dort der erste Raddampfer in Betrieb. Ab 1854 brachte die neue Eisenbahnstrecke München-Starnberg immer mehr Münchner und „Sommerfrischler“ an den See. Max II. ließ sich für private Zwecke ein Raddampferboot bauen. Ludwig II. übernahm den Dampfer und nannte ihn „Tristan“.
Die Blütezeit der Roseninsel endete mit Ludwigs Tod 1886. Danach begann der Verfall. 1970 kaufte der Freistaat Bayern die verwilderte Insel aus dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Die Bayerische Schlössverwaltung arbeitet seit 1997 an der originalgetreuen Wiederherstellung und Erhaltung von Park und Casino auf der Roseninsel.

 

Besucherinformationen vom Förderkreis Roseninsel e.V. gibt es hier!

Literatur u.a.:
Die Roseninsel im Starnberger See. Amtlicher Führer, berab. v. Elmar D. Schmid, München (Bayerische Schlösserverwaltung) 2006.
Martha Schad, Romanzen auf der Roseninsel, Rosenheim 2007.

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