Die Hochkopfhütte (1299 m) ist äußerlich nahezu im Originalzustand (Foto: H.K.)

Königshaus am Altlacher Hochkopf

Hochkopfhütte

Königshaus am Altlacher Hochkopf

Hochkopfhütte

von Heidi Korte

Ein beliebter Aufenthaltsort Ludwigs II. war die Hochkopfhütte (1299 m) am Altlacher Hochkopf auf dem Bergrücken zwischen Walchensee und Isartal. König Max II. ging hier zur Auerhahnjagd. Ludwig II. schätze die Abgeschiedenheit des Ortes und die Ausblicke rund um den Gipfel (1328 m). Hier wurde der zweirädrige Bergwagen eingeweiht. Der Hochkopf ist bis heute ein idyllischer Ort…

Hochkopfhütte heute – nahezu im Originalzustand (Foto: H.K.)

Hochkopfhütte um 1920 – noch mit umlaufender Veranda (Sammlung HK)

Hofkoch Theodor Hierneis beschreibt die Hütte:

„…drei einfache Zimmer für den König. Sie sind mit geringen Mitteln etwas wohnlich gemacht, der Boden ist mit einem grauen rupfenähnlichen Wollteppich belegt, die Wände mit Jagdstichen und Familienbildern behängt. Im Schlafzimmer ein runder Tisch mit einer Petroleumlampe, in der einen Zimmerecke ein Kachelofen, in der anderen das simple hölzerne Bettgestell, dazu ein paar Stühle, ein geschnitztes Kruzifix – wahrlich armselig im Kontrast zu Schloß Linderhof oder Herrenchiemsee.“

Theodor Hierneis, „Erinnerungen aus der Hofküche König Ludwigs II. von Bayern“

Ludwig II. vom Hochkopf:

Hier wohne ich in einer stillen und trauten Hütte, umgeben von herrlichen Tannen mit frischem Grün geschmückt; durch eine Lichtung blicke ich in herrliche Fernen, Berge und Thäler liegen vor mir ausgebreitet…

– Brief Ludwigs II. an Richard Wagner vom Hochkopf am 19. Juli 1865

„Gestern begab ich mich nach dem geräuschvoll unruhigen Treiben des Tages (Fronleichnam) hieher nach dem abgeschiedenen, trauten Hochkopf, wo ich auflebe in wonniger Einsamkeit, fern der Welt, die stets mich verkennt und mit der auch ich mich nie und nimmer befreunden kann und will. – Warum diese stille, einfache Hütte mir werth u. theuer ist und zwar werther als alle königlichen Schlösser mit ihrem Glanz und hohlen Prunk, brauche ich dem Theuren wohl kaum zu sagen; denn die traute Stätte war ja auch für Ihn ein Zufluchtsort…“

– Brief Ludwigs II. an Richard Wagner vom Hochkopf am 21. Juni 1867

Thomas Osterauer mit Ludwig II. am Hochkopf 1885:

„Wir kamen auf den Hochkopf, da oben hatte es viel Schnee, war aber nicht kalt. Wir sahen im Walchensee drunten die Leute in Hemdsärmel Kahnfahren.

Bei Nacht gingen wir, auch Weber und Huber waren dabei, mit dem König um den Hochkopf spazieren, aber das unheimliche Geräusch der Käutzchen vertrieb Majestät bei Zeiten, und wir gingen wieder ins Haus zurück.

Den Berg hinunter ging’s zu Fuß, mit den Pferden war da nichts zu machen. Der Weg war nicht sehr breit, manchmal vom Mond beschienen, dann wieder dunkel. Ich stolperte öfters über Wurzel und Steine. Der König führte mich dann am Arm und sagte: „Ich glaube, du siehst bei Nacht nicht gut.“

Thomas Osterauer (Gefreiter des 3. Cheveaulegers-Regiments, ab Mai 1885 im persönlichen Dienst des Königs), „Persönliche Erinnerungen an König Ludwigs II.“, 1931

Ausblicke rund um den Hochkopf

Wer von Altlach aus zur Hochkopfhütte wandert (s. Königsweg Zur Hochkopfhütte), wird mit einer herrlichen Aussicht belohnt:

  • Von der Giebelseite der Hütte hat man Fernsicht zum Wettersteingebirge mit Schachen und Zugspitze. Der Blick geht über den Isartalboden mit Wallgau, Krün und Barmsee bis zum Soierngebirge.

Um den Gipfel führte ein Rundweg (s. Könisgweg Hochkopf-Gipfelrunde), der auch den Blick nach Norden über den Walchensee zum Herzogstand eröffnet. Dieser Weg war mit Ruhebänken und Parapluis ausgestattet und so ausgebaut, dass er mit dem zweirädrigen Bergwagen befahren werden konnte.

Blick von der Giebelseite der Hochkopfhütte über den Isartalboden zum Wettersteinmassiv (Foto: H.K.)

Blick durchs Teleobjektiv zum Wettersteinmassiv (Foto: H.K.)

Literatur u.a.:

  • Jost Gudelius: Die Jachenau, Jachenau 2008.
  • Hannes und Karin Heindl: Ludwigs heimliche Residenzen, München 1986.
  • Christian Hörter: Auf königlichen Pfaden zu Schlössern und Jagdhütten im Alpenvorland, München 2011.
  • Franz von Kobell: Erinnerungsblatt an König Maximilian II., München 1864.
  • Franz Merta: Die Aufenthalte des Königs in den Residenzen, Schlössern und Berghäusern, in: Hans Rall, Michael Petzet, Franz Merta (Hgg.), König Ludwig II. – Wirklichkeit und Rätsel, München 2005, S. 153-192.
  • Mario Praxmarer, Peter Adam: König Ludwig II. in der Bergeinsamkeit von Bayern und Tirol, Garmisch-Partenkirchen 2002, 19-29.

Empfohlene Zitierweise: 

Heidi Korte, „Hochkopfhütte. Königshaus am Altlacher Hochkopf“, in: Königswege, URL: <https://koenigswege.bayern/hochkopfhuette>, zuletzt besucht am: [aktuelles Datum]

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