Muschelkahn auf dem unterirdischem „Königssee“ (Foto: H.K.)

Thüringen trifft Capri in Linderhof

Venusgrotte

von Heidi Korte

Thüringen trifft Capri in Linderhof

Venusgrotte

von Heidi Korte

Eine unterirdische Tropfsteinhöhle nie dagewesener Größe ließ Ludwig II. bei Schloss Linderhof bauen. Hier konnte er sich mit Hilfe modernster Technik in Traumwelten versetzen. Bayern verdankt dem Wunsch Ludwigs II. nach perfekter Illusion sein erstes Elektrizitätswerk – und die BASF ihr erstes Patent auf ein Blau, das dem König nie blau genug war…

Venusgrotte

Die Venusgrotte ist Schauplatz des ersten Aufzugs der Wagneroper. Tannhäuser erwacht im Inneren des Venusberges bei der heidnischen Göttin der Sinnlichkeit (Venus), von der er sich schließlich losreißt, um auf den christlichen Tugendpfad zurückzukehren. Ludwig orientierte sich nicht nur an Wagners Bühnenanweisungen, sondern auch an der tatsächlichen „Venushöhle“ im Hörselberg nahe der Wartburg in Thüringen. Der Ursprungsort der Tannhäuser-Sage hatte Wagner inspiriert.

Blaue Grotte

Die berühmte Blaue Grotte der italienischen Insel Capri hat Ludwig II. selbst nie gesehen. Dafür musste Stallmeister Hornig zweimal für ihn dorthin reisen. Auch Chemiker Dr. Max Edelmann wurde nach Italien geschickt, um die Lichteffekte der Blauen Grotte wissenschaftlich zu studieren.

Literatur u.a.:

  • Jean Louis Schlim, Ludwig II. Traum und Technik, München 2010, 94 – 106.
  • Michael Petzet, Detta Petzet: Die Richard Wagner-Bühne König Ludwigs II. (Studien zur Kunst des 19. Jahrhunderts, 8), München 1970.
  • Mario Praxmarer, Peter Adam, König Ludwig II. in der Bergeinsamkeit von Bayern und Tirol, Garmisch-Partenkirchen 2002, 92 – 98.

Empfohlene Zitierweise:

Heidi Korte, „Venusgrotte. Thüringen trifft Capri in Linderhof“, in: Königswege, URL: <https://koenigswege.bayern/venusgrotte>, zuletzt besucht am: [aktuelles Datum]

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